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Mirina & Michael Kienzer

Kunsthaus Zug: Mirina hat eine Begegnung mit dem Kunstwerk "Parasite" von Michael Kienzer, und fragt sich, ob die Skulptur wie in der Natur ein Parasit, also ein Störfaktor sein soll, der ins Kunsthaus einbricht.
Mirina_photo

MINIPORTRÄT DES JUGENDLICHEN

Name: Mirina
Alter: 15 Jahre

Die Lieblingsglacesorte? Cookies.
Was ist der Duft des Sommers? Beim Grillieren im Garten und wenn alles fein riecht.
Der schönste Ort der Welt? Antelope Canyon, USA.

MINIPORTRÄT DES JUGENDLICHEN

Name: Mirina
Alter: 15 Jahre

Die Lieblingsglacesorte? Cookies.
Was ist der Duft des Sommers? Beim Grillieren im Garten und wenn alles fein riecht.
Der schönste Ort der Welt? Antelope Canyon, USA.

MINIPORTRÄT DES KÜNSTLERS

Name: Michael Kienzer
Geburtsjahr: (*1962)

Die Lieblingsglacesorte? Eiscafé.
Was ist der Duft des Sommers? Der Duft der Pinien.
Der schönste Ort der Welt? Es gibt so viele schöne Ort auf der Welt, hier will ich keinen hervorheben.

Kienzer Jana Bruggmann DSC_0139

Foto Credits: "Parasite", Michael Kienzer, 2010, Installation, Garten Kunsthaus Zug, Eigentümer: Kunsthaus Zug, Dauerleihgabe des Künstlers.

Künstler*: Michael Kienzer (*1962)
Titel des Werks: Parasit
Jahr: 2010
Technik: Installation
Dimensionen: 300 x 800 x 330 cm
Ausstellungsort:

Kunsthaus Zug
Dorfstraße 27
6301 Zug

www.kunsthauszug.ch

MINIPORTRÄT DES KÜNSTLERS

Name: Michael Kienzer
Geburtsjahr: (*1962)

Die Lieblingsglacesorte? Eiscafé.
Was ist der Duft des Sommers? Der Duft der Pinien.
Der schönste Ort der Welt? Es gibt so viele schöne Ort auf der Welt, hier will ich keinen hervorheben.

Transkript der Episode

Hallo zusammen. Ich bin Mirina, 15 Jahre alt und von Baar.

Kunst ist für mich das Ausdrücken meiner Gefühle und Spass zu haben im Zeichnen.
Heute habe ich eine Begegnung mit einem Kunstwerk des Kunsthauses Zug.

MIRINA: Grüezi! Ich würde mir heute gerne den “Parasite” von Michael Kienzer anschauen. Könnten Sie mir sagen wo dieser ist?

EMPFANG DES MUSEUMS: Ja, sehr gerne! Der befindet sich gerade vor dem Kunsthaus Zug im Garten, wenn Sie reinkommen auf der rechten Seite.

MIRINA:

Ich bin hier auf dem Vorplatz des Kunsthauses und sehe den “Parasiten” gerade neben mir. Nebendran sind Bäume und eine schöne, alte Mauer. Ich sehe hier ganz viele Stahldrähte, die all durcheinander sind und es sieht aus wie ein Chaos. Die Drähte sind silbergrau und eher dünn. Alle Drähte sind ganz zufällig zugeordnet, gehen über den Baum und über die Mauer und sind in die Wiese eingewachsen.

Das ist der “Parasite” von Michael Kienzer. Das Werk wurde 2010 realisiert. Die Installation befindet sich im Garten des Kunsthauses Zug. Die Dimensionen sind 3 x 8 x 3.3 Meter.

  • Ich frage mich wie das Kunstwerk entstanden ist. Ist dies alles zufällig entstanden oder wurde jeder Draht geplant? Wurde zuvor eine Skizze gemacht? Und wurde das Material bewusst so gewählt oder wurde dies auch zufällig ausgewählt, weil es gerade geeignet gewesen ist? Oder hat es einen Zusammenhang mit der Umgebung und mit dem Platz wo dieses Modell steht?
  • Ich frage mich auch wie der Künstler den Namen entschieden hat. Ob der schon klar war, bevor er das Kunstwerk erbaut hat? Oder ob er den Namen erst nachher gewählt hat?
  • Soll dies einen riesigen Parasiten darstellen, der ins Kunsthaus einbricht? Oder ob es wie in der Natur eine Parasit ist, also ein Störfaktor, oder hat es einen anderen Hintergedanken?
  • Also das Kunstwerk sieht sehr beweglich aus und deshalb frage ich mich, ob man es auch verändern möchte, oder ob es genau so für immer bleiben soll?

MICHAEL KIENZER:

Hallo Mirina, hier ist Michael Kienzer aus Wien.

Erste Frage: wie ist das Kunstwerk entstanden? Ist der Parasite eher zufällig entstanden oder wurde die Drähte bewusst geordnet und gab es eine Skizze?

Ja, zufällig ist natürlich gar nichts entstanden und entsteht auch nie etwas. Alleine deshalb weil es ja auch eine Vorgeschichte hat. Es ist nicht die erste Skulptur von mir in dieser Weise. Also es gibt eine ganze Serie von Skulpturen, wo ich mit diesem Material arbeite und ich mich auch mit diesen Fragestellungen beschäftige. Man lässt dem Zufall natürlich freien Lauf, aber gleichzeitig bemühe ich mich natürlich, die Drähte so zu legen, wie ich sie haben möchte, wie es spannend aussieht, wie es Spannungen erzeugt. Und es ist eine Mischung aus Zufall, Zulassen und ganz bewusst damit arbeiten. Eine Skizze gab es in dem Sinne nicht, aber es gab eine sehr genaue Vorstellung für mich im Kopf wie das ungefähr aussehen sollte.

Zweite Frage: wurde das Material bewusst gewählt, oder war das auch eher zufällig, weil es geeignet war? Hat das Material etwas zu tun mit der Umgebung?

Mit der Umgebung hat es als Material an sich nichts zu tun. Abgesehen davon dass sich das Material wie die Skulptur selbst in die Umgebung einfügt. Damit bekommt es natürlich etwas zu tun mit der Umgebung. Aber grundsätzlich als Material als solches nicht unbedingt. Das Material habe ich nicht zufällig gewählt, sondern es ist sehr geeignet dafür. Was mich daran interessiert an diesem Draht – es ist ja ein sehr harter Aluminiumdraht – ist eben die Eigenspannung von dem Draht, von dem Material. Das der eben wirklich in diesen Kreisen, in diesen Bögen von selbst fällt. Und eben dieses Wechselspiel des Bändigens des Materials, sozusagen der Eigenspannung des Materials und dem den freien Lauf lassen, das interessiert mich bei dieser Skulptur. Und ich denke, hoffe das sieht man auch, weil man spürt eben die Spannungen, die die Skulptur und das Material in sich trägt.

Dritte Frage: wie wurde der Name des Kunstwerks entschieden? War der Name schon vor der Konstruktion des Kunstwerks bekannt?

Erstens, es heisst nicht “Parasite”, sondern ich nenn das immer im Plural, in der Mehrzahl “Parasites”. Und das deswegen, weil ich damit sagen möchte: Also wenn man das nicht pflegt, dann überwuchtert die Natur, das Gras und alles was da wächst in der Nähe, in und um die Skulptur. Das würde ja innert kürzester Zeit überwuchert werden und es wären nur noch Reste der Struktur von meiner Skulptur sichtbar. Also ich überwuchere sozusagen mit meinem Material diesen Ort. und das hat durchaus etwas parasitäres – eben wie man den Begriff kennt aus der Pflanzen- und Tierwelt, wo er sich eben in eine andere Struktur einpflanzt und von der er auch lebt. Aber gleichzeitig, auch wenn man der Natur freien Lauf lässt, wäre die Natur umgekehrt der Parasit für meine Struktur in dem Sinne dass halt bald nichts mehr übrig bleiben würde. Und hier auch wieder dieses Wechselspiel zweier Strukturen, der natürlichen, die dort ist, und meiner, die ich dem hinzufüge, ist das Spannende für mich und daher auch der Titel “Parasite” – “Parasites”.

Letzte Frage: : Wird das Kunstwerk immer so bleiben oder wird es allenfalls zu einem gewissen Zeitpunkt sich verändern?

Die Veränderung, die passieren kann, die kann natürlich nur von der Natur her kommen, also wenn man sich entschliesst, das einfach so wachsen zu lassen.

Ok, also ich hoffe, das war einigermassen verständlich, was ich jetzt sagte.
Und vielen Dank für die spannenden Fragen und ich wünsche dir und euch weiterhin, dass ihr euch mit diesen Fragen so produktiv auseinandersetzt, wie ihr das hier gemacht habt.

Vielen Dank und Wiederhören.

°°

"ART'S COOL" oder "Art is cool"!

Dies ist eine Begegnung mit einem zeitgenössischen Kunstwerk in der Schweiz, betrachtet, erkundet, und hinterfragt von jungen Menschen. Auf die Fragen der Jugendlichen geben wiederum die Künstlerin oder der Künstler auf ihre Weise eine Antwort. Ganz einfach, nicht?

Heute ging es um das Werk "Parasite", einem Kunstwerk von Michael Kienzer, untersucht von Mirinas neugierigem Blick.

Verpasse nicht das Kunstwerk in Wirklichkeit selber zu entdecken, im Kunsthaus Zug.

Und sammle zeitgenössische Kunst mit deinen Ohren! Triff fast jede Woche auf eine neue Episode um deine eigene Sammlung zu komplettieren – jedes Mal mit einem anderen Fokus zu einem Kunstwerk in der Schweiz.

Du findest alle Portraits der jugendlichen Fans der zeitgenössischen Kunst, die Kurzbiographien der interviewten Künstlerinnen und Künstler und die Bilder der Werke auf der Webseite artscool.ch.

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Der Podcast ART’S COOL wird realisiert und ausgestrahlt mit der grosszügigen Unterstützung der Loterie Romande, Pro Helvetia, der Fondation Gandur pour la Jeunesse, der Ernst Göhner Stiftung, der Oertli-Stiftung, der Sandoz-Familienstiftung und dem Migros-Kulturprozent.

Mit der Stimme von Florence Grivel in der französischen Version und Stephan Kyburz in der deutschen Version.
Musik and Sounddesign von Christophe Gonet.

Dies ist eine Produktion Young Pods.