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Jemimah & Esther Schena

Bünder Kunstmuseum Chur: Jemimah hat eine Begegnung mit "Geisterbilderforschen/Entstörung" von Esther Schena und fragt sich, ob die Person in der Projektion Esther Schena selber ist.
2021-12-14_BKC_Jemimah_EstherSchena

MINIPORTRÄT DES JUGENDLICHEN

Name: Jemimah
Alter: 16 Jahre

Die Lieblingsglacesorte? Stracciatella oder Vanille.
Was ist der Duft des Sommers? Sonnencreme und das Meer.
Der schönste Ort der Welt? Wo ich mich wohl fühle und ich zuhause bin.

MINIPORTRÄT DES JUGENDLICHEN

Name: Jemimah
Alter: 16 Jahre

Die Lieblingsglacesorte? Stracciatella oder Vanille.
Was ist der Duft des Sommers? Sonnencreme und das Meer.
Der schönste Ort der Welt? Wo ich mich wohl fühle und ich zuhause bin.

MINIPORTRÄT DES KÜNSTLERS

Name: Esther Schena
Geburtsjahr: (*1976)

Die Lieblingsglacesorte? Ich mag vor allem Wassereis und mein Lieblingseis ist die Rakete.
Was ist der Duft des Sommers? Wassermelone, Heu, Sonnencreme, warmer Waldboden und nasser Asphalt.
Der schönste Ort der Welt? Der schönste Ort der Welt ist für mich immer mit einem Erlebnis verbunden und deshalb gibt es zum Glück nicht nur einen sondern immer wieder neue schönste Orte.

Esther Schena_Geisterbilderforschen-Entstörung, 2020, Siebrahmen, Projektion, Foto Johanna Bossart

Foto Credits: Esther Schena, Geisterbilderforschen/Entstörung, 2020, Siebdruck und Projektion, Bündner Kunstmuseum Chur © Johanna Bossart

 

Künstler*: Esther Schena (*1976)
Titel des Werks: Geisterbilderforschen/Entstörung
Jahr: 2020
Technik: Siebdruck und Projektion
Dimensionen: 220 x 105 cm
Ausstellungsort:
Bündner Kunstmuseum, Chur
Bahnhofstraße 35
7000 Chur / Cuira / Coira"
www.buendner-kunstmuseum.ch

MINIPORTRÄT DES KÜNSTLERS

Name: Esther Schena
Geburtsjahr: (*1976)

Die Lieblingsglacesorte? Ich mag vor allem Wassereis und mein Lieblingseis ist die Rakete.
Was ist der Duft des Sommers? Wassermelone, Heu, Sonnencreme, warmer Waldboden und nasser Asphalt.
Der schönste Ort der Welt? Der schönste Ort der Welt ist für mich immer mit einem Erlebnis verbunden und deshalb gibt es zum Glück nicht nur einen sondern immer wieder neue schönste Orte.

Transkript der Episode

Hallo, Ich bin Jemimah.

Und ich bin 16 Jahre alt und komme aus Chur.

Für mich bedeutet Kunst, dass es nicht so genau sein muss, dass es auch nicht perfekt sein muss, und man einfach kreativ sein kann. 

Heute habe ich eine Begegnung mit dem Kunstwerk Geisterbilderforschen/Entstörung von Esther Schena. Kommt ihr auch mit?Geisterbilderforschen/Entstörung". von Esther Schena. Kommst du auch mit?

JEMIMAH:

Grüezi, ich würde gerne das Werk Geisterbilderforschen/Entstörung anschauen. Wo kann ich dies finden?

EMPFANG DES MUSEUMS:

Guten Morgen. Das ist in der Jahresausstellung im 2. Untergeschoss hier im Haus. Viel Vergnügen und einen schönen Tag!e Untergeschoss, in der Dauerausstellung. Einen schönen Tag!

JEMIMAH:

Vielen Dank! Adieu.

Wir gehen jetzt hinunter zum zweiten Untergeschoss mit dem Lift.

Wir sind jetzt im zweiten Untergeschoss und wir sehen verschiedene Bilder und weiter hinten sind auch Skulpturen und Beleuchtungen und es ist ein sehr heller Raum. Nun gehen wir hin zu das Kunstwerk "Geisterbilderforschen/Entstörung"..

Das Kunstwerk ist sehr speziell gemacht, weil es so aussieht als hätte es verschiedene Layers und es geht irgendwie nach hinten. Und es strahlt auch sehr gut aus, weil es einen roten Rand hat. Man sieht wie eine Person hinten dran an etwas arbeitet oder baut. Und das Bild fokussiert sich und wird wieder unscharf.

Es sieht so aus als würde sie etwas messen… Ah nein, sie ist etwas am putzen, oder sie nimmt etwas weg, oder kratzt es wie weg. Und ich glaube sie macht das an einer Glasscheibe.

Das Kunstwerk heisst Geisterbilderforschen/Entstörung von Esther Schena. Es ist 2020 realisiert worden. Es ist ein Siebrahmen in einer Projektion und die Dimension ist 220 x 105 cm.

Ich habe einige Fragen an Esther Schena:

  • Ich habe ein Frage wie du auf diese Idee gekommen bist, also was du dir dabei überlegt hast und wie du es genau hergestellt hast. Und was genau du dort machst und was du für Material verwendest.
  • Warum hast du dich genau für einen roten Rahmen entschieden. Und warum wird die Projektion fokussiert und dann wieder unscharf? Hast du damit etwas zeigen wollen? Und hinter dem Bild sind auch noch eine Art Formen, oder so. Bedeuten die dir auch noch etwas oder sind die eher für die Schönheit dort? Und was ist genau die Bedeutung der Person, was sie macht? Zeigt das etwas an dir?
  • Und noch eine andere Frage: bist du das im Bild oder ist das eine andere Person?

ESTHER SCHENA:

Hoi Jemimah, ich danke dir vielmals für deine spannenden Fragen, die du mir stellst. Indem du diese Fragen gestellt hast, habe ich bemerkt, dass du schon fest eingetaucht bist in das, was ich zeigen möchte und dass du dich schon stark angenähert hast.

Du fragst zum Beispiel was ich mir überlegt habe bei dem Werk, und wie ich auf die Idee gekommen bin.

Also das war eine längere Entwicklung, wieso das Werk so aussieht. Es hat mit dem Thema Geisterbilderforschen zu tun, worin ich gearbeitet habe die letzten Jahre oder womit ich mich in den letzten Jahren befasst habe. Und auch durch Theorien und viel Lesen, und aber auch mit dem Experimentieren mit Materialien und arbeiten. Bei der Arbeit geht es um den Aufbau, Abbau, Verschwinden und Aufdecken, Perspektive, Innen und Aussen. Das sind alles Themen, die ich in dem Werk zusammen nehme. Und anhand von dem Bild, das man sieht, und der Person, die das auch verstärkt zeigt.

Wie habe ich das Werk gemacht und welche Materialien verwende ich? Ich verwende hier zum einen ein Video und zum anderen einen Siebdruckrahmen. Das Video habe ich während einer Performance in Winterthur im letzten Jahr aufgenommen. Ich habe es dann bearbeitet und projiziere es nun durch das Sieb.

Wieso ich mich für rot entschieden habe beim Rahmen. Die Farbe gehört eigentlich zur Herstellung des Siebdrucks. Also es ist der Leim der rot ist, rot eingefärbt. Es ist ein Komponent davon. In diesem Sinne habe mich nicht bewusst entschieden für rot. Aber mit der Idee dass die industrielle Siebdruckschablone so aussieht und ich das auch so zeigen wollte. Das heisst wenn jemand schon Siebdrucke gemacht hat oder die Technik kennt wird diesen Rahmen auch als solchen erkennen und nicht als einen extra dafür produzierten andere Art von Rahmen.

Was ist die Idee dahinter zwischen dem Wechsel von unscharf und scharf im Bild? Und was ist die Bedeutung der Handlung der Person im Werk ist, und ob ich das bin, die in Aktion ist, und wegen dem Raum, der dahinter ist, den man sieht, das würde ich jetzte gerne alles in meinen Antworten zusammenfassen.

Das sind auch gute und zentrale Fragen finde ich, die du hier stellst. Als erstes, ja das bin ich als Person. Ich bin die, die auch hantiert, die die Aktion macht in dem Video. Das ist mir auch wichtig, dass ich das bin, dass ich Teil des Bildes werde. Ich arbeite hier mit verschiedenen Ebenen, das hast du auch schon genannt, mit den Layers, die du erwähnt hast. Es ist tatsächlich auch so aufgebaut und einerseits schaffe ich auch damit wie viel dass ich steuern kann. Und ein Teil der Steuerung ist aber auch ein Teil der dazukommt, den ich eben nicht steuern kann, den ich nicht selber bestimmen kann. Dies ist der Zufall, der eine Bedeutung spielt in dem Werk, und auch sonst in meiner Arbeit.

Und zwar hier explizit ist es auch die Schärfe und Unschärfe, die quasi die Technik ausmacht. Also je nachdem wo ich mich bewege, fokussiert es, oder auch wieder nicht. Oder es sucht nach etwas und findet es, in dem es wieder einen Fokus gibt. Dann arbeite ich an einer Scheibe, das war in Winterthur, das heisst Kunstkasten. Das ist ein Kubus, in den man hineingehen kann, wo alles aus Fenster ist. Und ich habe darin gearbeitet. Das waren drei Seiten, die ich bespielt habe, die ich gestaltet habe mit Drucken. Und hier an der Frontscheibe nehme ich einerseits die Drucke, die ich zwei Wochen vorher gemacht habe, mit einer Klinge weg. Das ist das was du beschreibst. Und dann, nachdem ich sichtbar werde in dem Bild, dann sieht man mich. Vorher war ich hinter dem Druck. Und plötzlich werde ich sichtbar und ich mache einen Siebdruck mit weissen Flächen und verschwinde dann in dem Sinne wieder hinter dem Glas. Also ich arbeite mit diesen Ebenen von sichtbar, unsichtbar. Und eben auch dass es unscharf wird, sind Elemente, die ich in dem Video jetzt alle einbaue. Es ist projiziert auf dem Sieb, das an eine Wand angelehnt ist. In dem Sinne gibt es da nochmals eine Doppelprojektion und es entsteht deswegen auch nochmals ein Doppelbild. Dahinter habe ich sogar nochmals einige Siebdrucke gemacht. Und so ist das ganze Bild aufgebaut.

In meiner Arbeit spielen immer verschiedene Faktoren eine Rolle, es ist eben dieses Sichtbare und Unsichtbare und das was ich bestimmen kann, und eben auch der Zufall.

Ich hoffe dass du bist meiner Arbeit noch etwas näher gekommen bist durch meine Erklärungen. Es ist vielleicht auch nicht mehr so komplex, wenn man es gesehen hat und Fragen gestellt hat und sich schon damit befasst hat.

Und ich danke dir vielmals.
Und Ich wünsche dir weiterhin viel Spass mit der Kunst und ich hoffe du hast noch Interesse noch viel mehr zu sehen und vielleicht auch selber dich darin zu bewegen. Danke vielmals.

°°

"ART'S COOL" oder "Art is cool"!

Das ist ein Rendez-vous mit einem zeitgenössischen Kunstwerk in der Schweiz, das von jungen Leuten betrachtet, erkundet und hinterfragt wird und auf das die Künstlerin oder der Künstler auf ihre Weise antwortet. Ganz einfach, nicht?

Heute geht es um "Geisterbilderforschen/Entstörung", ein Kunstwerk vonEsther Schena, durch Jemimahs neugierigen Blick untersucht. Lassen Sie es sich nicht entgehen, das Kunstwerk in Wirklichkeit selbst zu entdecken, im Bündner Kunstmuseum in Chur noch bis zum 30. Januar.

Und sammle zeitgenössische Kunst mit deinen Ohren! Triff fast jede Woche auf eine neue Episode um deine eigene Sammlung zu komplettieren – jedes Mal mit einem anderen Fokus zu einem Kunstwerk in der Schweiz.

Du findest alle Portraits der jugendlichen Fans der zeitgenössischen Kunst, die Kurzbiographien der interviewten Künstlerinnen und Künstler und die Bilder der Werke auf der Webseite artscool.ch.

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Der Podcast ART’S COOL wird realisiert und ausgestrahlt mit der grosszügigen Unterstützung der Loterie Romande, Pro Helvetia, der Fondation Gandur pour la Jeunesse, der Ernst Göhner Stiftung, der Oertli-Stiftung, der Sandoz-Familienstiftung und dem Migros-Kulturprozent.