{"id":2856,"date":"2024-04-04T19:36:01","date_gmt":"2024-04-04T17:36:01","guid":{"rendered":"https:\/\/artscool.ch\/?post_type=podcast&#038;p=2856"},"modified":"2024-10-04T11:05:37","modified_gmt":"2024-10-04T09:05:37","slug":"marlene-alex-hanimann","status":"publish","type":"podcast","link":"https:\/\/artscool.ch\/de\/podcast\/marlene-alex-hanimann\/","title":{"rendered":"Marlene &amp; Alex Hanimann"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"padding-left: 40px;\"><strong>Hoi, ich bin Marlene. Ich bin vierzehn Jahre alt und wohne in Z\u00fcrich, im Kreis 10.<\/strong><\/h3>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<h3 style=\"padding-left: 40px;\"><strong>Kunst bedeutet f\u00fcr mich vor allem Musik. Und fr\u00fcher war ich oft mit meinem Vater in Kunstmuseum, weil er hat sehr gerne Kunst und verschiedene K\u00fcnstler.<\/strong><\/h3>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<h3 style=\"padding-left: 40px;\"><strong>Heute treffe ich auf ein Kunstwerk von Alex Hanimann in Z\u00fcrich. Kommt ihr auch mit?<\/strong><\/h3>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><span style=\"font-weight: 400;\"><strong>MARLENE<\/strong> <\/span>Wir befinden uns in Z\u00fcrich im Industriegebiet beim Toni-Areal. Heute ist eigentlich sehr sch\u00f6nes Wetter, es ist halt noch Winter, darum ist es ziemlich kalt. Aber der Fr\u00fchling kommt langsam. Wir sind jetzt beim Kunstwerk. Es ist ein Frau, die etwa drei Mal so gross ist wie die Wirklichkeit. Sie hat eine grosse Tasche. Und das ganze Material sieht so aus wie Aluminium oder Metall. Wahrscheinlich ist es nicht Silber. Und sie ist sehr normal gekleidet. Wahrscheinlich Jeans, Schuhe, eine Jacke. Und sie hat ihre Haare zu einem \u201cToute\u201d zusammengebunden und sie tr\u00e4gt B\u00fccher in der Hand wahrscheinlich.<\/p>\r\n<p>Das Werk \u201cAnne-Sophie\u201d von Alex Hanimann befindet sich auf dem Platz vor dem 25-hours Hotel an der Pfingstweidstrasse 102 in Z\u00fcrich. Es wurde 2012 installiert. Es ist eine Plastik aus Chromstahl. Ich habe nun noch einige Fragen an den K\u00fcnstler Alex Hanimann.<\/p>\r\n<p><strong>ALEX HANIMANN:<\/strong> Hoi Marlene, es ist ganz toll, dass du dich f\u00fcr meine Arbeit interessiert und ich sage dir gerne ein paar Sachen dazu und deine Fragen gerne beantworten.<\/p>\r\n<p><strong>MARLENE <\/strong>Ja, also meine Frage ist, wer ist eigentlich \u201cAnne-Sophie\u201d? Ist sie eine Person, die wirklich gelebt hat? Wie alt ist sie? F\u00fcr mich sieht sie sehr jung aus. Was soll sie darstellen?<\/p>\r\n<p><strong>ALEX HANIMANN:<\/strong> Ja, Anne-Sophie ist tats\u00e4chlich eine reale Person. Sie hat, als ich die Arbeit gemacht habe, an der ZHDK studiert. Sie hat Violine studiert, Solo-Instrument. Sie ist aus einem Casting ausgew\u00e4hlt worden, das ich gemacht habe, f\u00fcr welches sich mehrere Studierende beworben haben. Da habe ich mich am Schluss f\u00fcr Anne-Sophie entschieden, mit ihr diese Skulptur zu machen. Sie ist dann noch w\u00e4hrend der Entstehung der Arbeit nach Berlin umgezogen und hat dann in Berlin weiterstudiert. Und ich habe sie jetzt etwas aus den Augen verloren. Und dort hat es auch einen sch\u00f6nen Zufall gegeben mit dem Namen, dass n\u00e4mlich eben Anne-Sophie, die Violine studiert, ein ganz ber\u00fchmtes Vorbild hat, mit Anne-Sophie Mutter, der ber\u00fchmten Geigerin.<\/p>\r\n<p><strong>MARLENE <\/strong>Also diese silbrige Figur passt ja eigentlich gar nicht ins Umfeld. Wie ist man auf die Idee gekommen, eine Plastik aus Chromstahl benutzt. Ich meine, Metall w\u00fcrde schon nat\u00fcrlicher aussehen, aber so sticht es mega heraus, hier aus der Umgebung.<\/p>\r\n<p><strong>ALEX HANIMANN:<\/strong> Diese Idee mit dem Chromstahl ist so im Entstehungsprozess gekommen. Als ich diese Arbeit angedacht habe, dann war diese Skulptur Polychrom farbig. Und dann habe ich mir \u00fcberlegt, dass diese Figur nicht zu stark ein Individuum sein soll, sondern dass sie wie prototypisch und allgemein werden soll. Dann bin ich auf diese Chromstahl-Oberfl\u00e4che gekommen, die spiegelt. Dass sozusagen die Leute, die vor der Figur stehen, sich darin spiegeln und ein St\u00fcck weit auch zu dieser Figur werden k\u00f6nnen. Dass sich so wie eine Verbindung zwischen der Betrachterin oder dem Betrachter und der Skulptur ergibt. Und mit diesem monochromen und auch diesem Verfremden, dass dieses Material produziert, dieser Chromstahl, dass es individualisiert wird.<\/p>\r\n<p><strong>MARLENE <\/strong>Ich meine, diese Figur ist ja mega gross. Es war sicher schwierig, diese herzustellen. Ich frage mich jetzt, ob es ein Guss ist.<\/p>\r\n<p><strong>ALEX HANIMANN:<\/strong> Die Figur ist nicht wahnsinnig schwer, muss ich gleich sagen, weil die Figur ist kein Guss. Die Figur ist innen drin hohl. Sie besteht aus einer relativ d\u00fcnnen 2-3 Millimeter dicken Chromstahlwand und hat darin eine Art Konstruktion aus Stahl, um die ganze Figur zu stabilisieren und dann auch f\u00fcr die Montage, f\u00fcr die Platzierung auf dem Platz sie stabil machen zu k\u00f6nnen.<\/p>\r\n<p><strong>MARLENE <\/strong>Eine Frage an den K\u00fcnstler selber w\u00e4re, ob dies sein erstes Kunstwerk in dieser Art ist?<\/p>\r\n<p><strong>ALEX HANIMANN:<\/strong> Diese Figur hat eine Vorgeschichte. Ich konnte hier bereits auf das Know-how zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen von einer ersten Skulptur, die ich vor dieser gemacht habe, die von der Art her ganz \u00e4hnlich war. Das heisst, ich habe einen Kunst am Bau Wettbewerb gewonnen f\u00fcr ein Gymnasium. Das Gymnasium im Rheintal in Heerbrugg wurde umgebaut und die Architekten haben eine grosse Eingangshalle geplant. Und die Idee war dort, dass in dieser Eingangshalle ich ein Zeichen setzen wollte, dass die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler das Zentrale an einem solchen Ort sind. Und dann bin ich auf die Geschichte gekommen, eine Sch\u00fclerin dort zu platzieren. Auch dort kam nat\u00fcrlich dann dieser Denkprozess zum ersten Mal in Gang mit der Frage: wie soll diese Figur sein, eben mit dem Monochromen, dass sie so prototypisch wird f\u00fcr eine Sch\u00fclerin von dort. Und auch mit dem Spiegeln, dass sich die Sch\u00fcler selbst damit identifizieren und spiegeln k\u00f6nnen in der Figur.<\/p>\r\n<p><strong>MARLENE <\/strong>Und wie lange hat es gedauert? Und mit wem hat er zusammengearbeitet? Wahrscheinlich hat er es nicht alleine gemacht.<\/p>\r\n<p><strong>ALEX HANIMANN:<\/strong> Als ich diese Figur geplant habe, als ich das Projekt so angedacht habe, und dann f\u00fcr den Wettbewerb ein Dossier gemacht habe, bin ich zu Felix Lehner, der die Kunstgiesserei in St. Gallen leitet. Und ich habe mit Felix geredet und diskutiert, ihm von dieser Idee erz\u00e4hlt. Und meine anf\u00e4ngliche Idee war eigentlich, dass man eine verchromte Figur macht. Und er hat mir dann geholfen. Und er meinte dann, dass dies schwierig sei. Man kann nicht so grosse Teile verchromen. Und dann sind wir auf diese Technik des 3D-Scannens gekommen, die damals noch ganz in den Kinderschuhen steckte, und diesem Treiben f\u00fcr die Umsetzung. Und wir haben dann f\u00fcr die erste Figur diesen 3D-Scan in \u00d6sterreich gemacht. In der Schweiz gab es niemanden, der das machen konnte. Und die Figur selber ist dann in China getrieben worden. Der 3D-Scan ist dann in St. Gallen, das konnten sie damals schon machen, gefr\u00e4st worden, aus so Styroporbl\u00f6cken in Teilen. Dann haben wir sie zusammengesetzt und leicht \u00fcberarbeitet. Und dann ist diese Styropor-Mutterfigur dann nach China in einem Container verschifft worden. Und dort haben sie dann, bevor sie angefangen haben zu treiben, eine Art Schnittmuster \u00fcber die Figur gelegt, also haben sie wie in Teilfl\u00e4chen aufgeteilt, die Oberfl\u00e4che. Das waren etwa 700 Teilfl\u00e4chen. Dann haben sie Fl\u00e4che um Fl\u00e4che abgepaust mit einem Papier und dann aus einem Chromstahlblech leicht vergr\u00f6ssert geschnitten, und dann mit H\u00e4mmer auf solche Schablonen, so runden Formen, dann so quasi in die Form geh\u00e4mmert. An der Figur wieder \u00fcberpr\u00fcft, zusammengesetzt mit einer Nachbarsform. Und so ist diese Figur langsam so gewachsen und an der Oberfl\u00e4che zusammengeschweisst worden. Und am Schluss poliert.<\/p>\r\n<p>Ja, Marlene, wie gesagt, vielen Dank nochmals, dass du dich \u00fcberhaupt f\u00fcr meine Skulptur interessiert hast. Du hast sehr gute Fragen gestellt und  ich glaube, ich hoffe, ich habe dir mit diesen Antworten etwas sagen k\u00f6nnen zu deinen Fragen, damit du nun auch ein bisschen Bescheid weisst \u00fcber die Entstehung und \u00fcber die Hintergr\u00fcnde dieser Skulptur.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p>\u00b0\u00b0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">ART'S COOL oder \"Art is cool\"!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Dies ist eine Begegnung mit einem zeitgen\u00f6ssischen Kunstwerk in der Schweiz, betrachtet, erkundet, und hinterfragt von jungen Menschen. Auf die Fragen der Jugendlichen geben wiederum die K\u00fcnstlerin oder der K\u00fcnstler auf ihre Weise eine Antwort. Ganz einfach, nicht?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">In dieser zweiten Saison l\u00e4dt unser Podcast dich ein, Werke ausserhalb der \u00fcblichen Ausstellungsorte zu besuchen, meistens im Freien! Fast jede Woche entdecken wir gemeinsam eine k\u00fcnstlerische Sch\u00f6pfung, die irgendwo in der Schweiz im \u00f6ffentlichen Raum zu finden ist.<\/p>\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Heute ging es um das Kunstwerk \"Anne-Sophie\" von Alex Hanimann, untersucht vom neugierigen Blick von Marlene. Verpasse nicht, das Kunstwerk in Wirklichkeit selber zu entdecken, und zwar auf dem Platz vor dem 25hours- Hotel an der Pfingstweidstrasse 102 in Z\u00fcrich.<\/p>\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Sammle zeitgen\u00f6ssische Kunst mit deinen Ohren! Die Webseite <a href=\"https:\/\/artscool.ch\/de\/\"><strong>artscool.ch\/de<\/strong><\/a> pr\u00e4sentiert alle Episoden, die seit Herbst 2021 ausgestrahlt wurden. Eine vielf\u00e4ltige und wachsende Sammlung! Ausserdem findest du dort alle Portraits der jugendlichen Fans der zeitgen\u00f6ssischen Kunst, die Kurzbiographien der interviewten K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler und die Bilder der Werke.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Wenn Sie zur Verbreitung des ART'S COOL-Podcasts beitragen m\u00f6chten, z\u00f6gern Sie nicht, anderen davon zu erz\u00e4hlen, ihn zu abonnieren und ihm f\u00fcnf Sterne auf Ihrer bevorzugten H\u00f6rplattform zu geben. Sie k\u00f6nnen uns auch auf Instagram folgen, unter dem Account <strong><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/young_pods\/\">young_pods<\/a>.<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Der Podcast ART\u2019S COOL wird realisiert und ausgestrahlt mit der grossz\u00fcgigen Unterst\u00fctzung der Loterie Romande, dem Migros-Kulturprozent, der Oertli-Stiftung, der Sandoz-Familienstiftung, den Kantonen Aargau, Basel-Stadt, Bern, Genf, Glarus, Graub\u00fcnden, Obwalden, Sankt Gallen, Solothurn, Thurgau, Waadt, Wallis, Zug, Z\u00fcrich, und den St\u00e4dten Winterthur, Yverdon-les-bains, Zug und Z\u00fcrich.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Mit der Stimme von Florence Grivel in der franz\u00f6sischen Version und Stephan Kyburz in der deutschen Version.<br \/>Musik and Sounddesign von Christophe Gonet.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-small-font-size\">Dies ist eine Produktion <a href=\"https:\/\/www.youngpods.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Young Pods<\/strong><\/span><\/a>.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Z\u00fcrich, Platz vor dem Hotel 25hours: Marlene trifft \"Anne-Sophie\" von Alex Hanimann. Sie fragt sich, ob \"Anne-Sophie\" wirklich gelebt hat und wer sie ist.<\/p>","protected":false},"featured_media":2861,"template":"","artist":[187],"canton":[159],"episode-":[131],"season":[82],"podcast-categories":[],"class_list":["post-2856","podcast","type-podcast","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","artist-alex-hanimann","canton-zurich","episode--episode-81","season-season-2"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast\/2856","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast"}],"about":[{"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/podcast"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast\/2856\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2879,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast\/2856\/revisions\/2879"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2861"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2856"}],"wp:term":[{"taxonomy":"artist","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/artist?post=2856"},{"taxonomy":"canton","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/canton?post=2856"},{"taxonomy":"episode-","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/episode-?post=2856"},{"taxonomy":"season","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/season?post=2856"},{"taxonomy":"podcast-categories","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast-categories?post=2856"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}