{"id":2535,"date":"2023-09-17T16:52:12","date_gmt":"2023-09-17T14:52:12","guid":{"rendered":"https:\/\/artscool.ch\/?post_type=podcast&#038;p=2535"},"modified":"2024-10-04T12:40:25","modified_gmt":"2024-10-04T10:40:25","slug":"paula-claudia-muller-julia-muller","status":"publish","type":"podcast","link":"https:\/\/artscool.ch\/de\/podcast\/paula-claudia-muller-julia-muller\/","title":{"rendered":"Paula &amp; Claudia M\u00fcller &amp; Julia M\u00fcller"},"content":{"rendered":"<p class=\"has-small-font-size\">\u00a0<\/p>\r\n\r\n<h3 style=\"padding-left: 40px;\"><strong>Hallo zusammen, ich bin Paula, bin 16 Jahre alt, und ich komme aus Basel.<\/strong><\/h3>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<h3 style=\"padding-left: 40px;\"><strong>Kunst bedeutet f\u00fcr mich, dass man seine Gef\u00fchle ausdr\u00fccken kann.<\/strong><\/h3>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<h3 style=\"padding-left: 40px;\"><strong>Heute habe ich eine Begegnung mit einem Werk von Claudia und Julia M\u00fcller in Basel. Kommst du auch mit?<\/strong><\/h3>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>Wir sind mit dem Tram zum Sandgruben-Schulhaus gefahren. Wir gehen jetzt das Werk suchen und anschauen.<\/p>\r\n<p>Wir sind jetzt gerade in der Eingangshalle des Schulhauses und ich sehe einen gr\u00fcnen Teppich, einen gr\u00fcn gemusterten und er hat am Rand orange-weisse Fransen. Der Teppich besteht aus kleinen Mosaikteilchen, die in den Boden einbetoniert wurden. Und er gl\u00e4nzt auch ein bisschen.<\/p>\r\n<p>Das ist das Werk \u201cTeppich (It\u2019s this rug I have, it really tied the room together)\u201d von Claudia und Julia M\u00fcller. Es ist im Sangruben-Schulhaus II, an der Schwarzwaldallee in Basel. Es wurde 2016 realisiert und es ist ein Mosaikteppich aus Keramikfliesen mit zehn verschiedenen Farben. Das Werk ist in Zusammenarbeit mit Daniela Bernardi entstanden. Die Dimensionen sind 9.5 Meter auf 5.86 Meter. Ich habe einige Fragen an Julia und Claudia M\u00fcller.<\/p>\r\n<p><strong>CLAUDIA M\u00dcLLER:<\/strong> Hallo Paula, ich bin Claudia M\u00fcller und ich lebe in Basel. Und beantworte gerne deine Fragen.<\/p>\r\n<p><strong>JULIA M\u00dcLLER:<\/strong> Hallo Paula, ich bin Julia M\u00fcller. Ich sitze in Berlin hinter dem Computer, wohne in Berlin und Basel, aber gerade beantworten wir die Fragen \u00fcber den Computer.<\/p>\r\n<p><strong>PAULA:<\/strong> Ich frage mich, wie sie in eine betonierte Eingangshalle ausgerechnet einen gr\u00fcn-orange-weissen Teppich aus Mosaikteilchen installiert haben.<\/p>\r\n<p><strong>JULIA M\u00dcLLER:<\/strong> Das ist eine gute Frage. Das Schulhaus ist ja neu und die Eingangshalle, wo wir die Arbeiten gemacht haben, ist der Kreuzpunkt von allen Wegen, die diese Schule hat, also der Eingang vom Hof, in den Haupteingang; man geht von dort in die Turnhalle, in die Bibliothek, in die Arbeitsr\u00e4ume. Das ist so ein zentraler Bereich vom ganzen Schulhaus und das ist auch der Grund, warum wir diesen interessant fanden f\u00fcr eine Arbeit und beschlossen haben, dass wir etwas fest eingebautes wie diesen Teppich.<\/p>\r\n<p><strong>CLAUDIA M\u00dcLLER:<\/strong> Jeden Tag zirkulieren dort X Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Dadurch gibt es einen Schnittpunkt dort, und dieser wurde noch verst\u00e4rkt mit einer Bodenheizung. So dass der Bereich des Teppichs w\u00e4rmer ist und man kann sich hinsetzen. Wir haben verschiedene Aufnahmen von den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, die sich auf den Boden gesetzt haben.<\/p>\r\n<p><strong>JULIA M\u00dcLLER:<\/strong> Und das sch\u00f6ne an dieser Zusammenarbeit zwischen Architektur und uns K\u00fcnstlerinnen war, dass auch die Architekten uns entgegengekommen sind, zum Beispiel mit Oblichtern. Wenn du genau hinschaust, dann sieht man oben gr\u00f6ssere Fenster, wo das Licht, das Tageslicht und die Sonne auf diese Arbeit scheint. Und, wie Claudia schon erw\u00e4hnt hat, diese Bodenheizung, die ist auch erst im ganzen Prozess der Entstehung dieser Arbeit entstanden. Und dies ist f\u00fcr uns auch eine gegl\u00fcckte Zusammenarbeit zwischen der Architektur und der Kunst.<\/p>\r\n<p><strong>PAULA:<\/strong> Warum haben die K\u00fcnstlerinnen dieses Farbschema gew\u00e4hlt?<\/p>\r\n<p><strong>CLAUDIA M\u00dcLLER:<\/strong> Das Farbschema basiert auf malerischen Versuchen, die Farben zueinander zusammenbringen, und dadurch eine Spannung erzeugen, aber auch ein Motiv andeuten k\u00f6nnen. Und diese Malerei hat zum Teil solche figurativen Elemente drin, die dadurch ein gewisses Motiv entstehen lassen. Zum Beispiel kann man ein Gesicht einlesen oder ein abstraktes Muster. Und von dem her hat es mehrere Deutungs- oder Lesungsformen bekommen.<\/p>\r\n<p><strong>JULIA M\u00dcLLER:<\/strong> Und grunds\u00e4tzlich haben wir damit angefangen, diese Arbeit zu zeichnen, zu malen, zu aquarellieren. Und wir haben auch die Form des Teppichs dann so gefunden. Und schlussendlich wurde es diese Form, dieses Gr\u00fcn mit dem Orange grunds\u00e4tzlich; und dann war da auch diese Idee, dass wir das Gr\u00fcne, die Landschaft, von aussen in den Innenraum. Und wie Claudia schon gesagt hat, verbinden es mit abstrakten Figurationen. Je nachdem wo man steht, k\u00f6nnte man ein Gesicht lesen, aber es ist eigentlich nicht wichtig f\u00fcr uns, ob es tats\u00e4chlich ein Gesicht ist. Es transportiert indirekt etwas mit.<\/p>\r\n<p><strong>PAULA:<\/strong> Ein Gedanke von mir ist, dass dieser kahl wirkende Raum, doch sehr heimelig durch diesen Teppich gemacht wird, so dass die Sch\u00fcler*innen, wenn sie in die Schule gehen, auch ein Gef\u00fchl von Heimat haben und auch ein bisschen mehr Lust auf die Schule haben. War dies auch eure Idee?<\/p>\r\n<p><strong>CLAUDIA M\u00dcLLER:<\/strong> Der Teppich ist nat\u00fcrlich der Treffpunkt dieser Schule. Und es war nat\u00fcrlich unsere Idee, dass es ein Zentrum werden soll, wo man sich auch aufhalten kann, eben wie schon erw\u00e4hnt, draufsitzen; das Gef\u00fchl haben, dass man gerne in diesem Raum sein m\u00f6chte, wir m\u00f6chten uns gerne in diesem Schulhaus verteilen in andere R\u00e4ume.<\/p>\r\n<p>Der Teppich strahlt auch eine gewisse Handwerklichkeit aus. Urspr\u00fcnglich werden die Teppiche auch von Hand gemacht. Es hat etwas Kunsthandwerkliches drin. Es ist eine andere Bewegung, in einer Architektur, die eigentlich sehr konstruiert ist und auch maschinell bew\u00e4ltigt wird, setzt dieses Moment dieses Teppichs, welches mit der physischen Kraft verbunden wird, einen Kontrast.<\/p>\r\n<p><strong>JULIA M\u00dcLLER:<\/strong> Alle Mosaikteilchen \u2013 wir nennen diese nicht Mosaikteilchen, sondern Keramikpl\u00e4ttchen \u2013 sind ja von Hand, und dies ist ganz wichtig, von Hand bemalt worden und haben eine l\u00e4ngliche Form. Und dies ist auch das Aufnehmen des Webens, wie beim Weben eines Teppichs. Man sieht, es ist eine Richtung, das ist wie der Schuss eines Handteppichs durch den Teppich geht. Darum hat er auch diese Richtung, diese Keramikteilchen liegen ja alle in der gleichen Richtung. Und dies ist auch dieses Handwerkliche, das Claudia bereits erw\u00e4hnt hat, was wiederum hier zusammenkommt.<\/p>\r\n<p><strong>CLAUDIA M\u00dcLLER:<\/strong> Zum Teppich, dieser ist ohnehin ein Wohnelement. Und von dem her, ein solches Element strahlt eine gewisse W\u00e4rme aus und schafft klar auch das Bild im Kontrast zu einer \u00f6ffentlichen Institution wie einer Schule.<\/p>\r\n<p><strong>PAULA:<\/strong> Mich nimmt Wunder, wieso ein Teil des Titels Deutsch und ein Teil des Titels Englisch ist. Weil dies ist doch sehr aussergew\u00f6hnlich. Und ausserdem ist es ein sehr langer Titel.<\/p>\r\n<p><strong>CLAUDIA M\u00dcLLER:<\/strong> Der Titel hat eine ganz lustige Geschichte. Er bezieht sich auf den Film \u201cThe Big Lebowski\u201d. Und diesem Protagonist, der selber Lebowski heisst, dem wird ganz am Anfang ein Teppich gestohlen. Und der Film handelt eigentlich nur davon, wie er diesen Teppich suchen geht. Und dann trifft er in Los Angeles ganz unterschiedliche Leute, von Freaks, \u00fcber Fantasten, und andere Menschen. Auf jeden Fall sagt er einmal in dem Film als Zitat: \u201cJa, ich suche diesen Teppich, ich will diesen Teppich wieder zur\u00fcckhaben, weil der Teppich hat meine R\u00e4ume zusammengehalten.\u201d Das heisst, der Teppich lag in einem Durchgang, der zwei R\u00e4ume wie miteinander verbunden hat. Das war f\u00fcr uns die z\u00fcndende Idee, auch unsere Idee umzusetzen, und uns auch dann auf den Film zu beziehen. Und deshalb ist der Titel auch original als Zitat auf Englisch im Titel wiedergegeben.<\/p>\r\n<p><strong>JULIA M\u00dcLLER:<\/strong> Paula, tsch\u00fcss! Das hat uns Spass gemacht, Claudia und mir. Und es ist auch toll, dass du gerade den Teppich gew\u00e4hlt hast, diese Arbeit von uns, super! Machs gut, viel Spass!<\/p>\r\n<p><strong>CLAUDIA M\u00dcLLER:<\/strong> Ja, liebe Paula, auch von mir, ich finde es toll, dass ihr uns ausgesucht habt. Ich hoffe, wir konnten mit unseren Antworten ein bisschen vertiefen und euch auch einiges erkl\u00e4ren.<\/p>\r\n<p>Wir w\u00fcnschen euch ein gute Zeit und bis vielleicht auf ein ander Mal. Tsch\u00fcss!<\/p>\r\n\r\n<p>\u00b0\u00b0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">\"ART'S COOL\" oder \"Art is cool\"!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Dies ist eine Begegnung mit einem zeitgen\u00f6ssischen Kunstwerk in der Schweiz, betrachtet, erkundet, und hinterfragt von jungen Menschen. Auf die Fragen der Jugendlichen geben wiederum die K\u00fcnstlerin oder der K\u00fcnstler auf ihre Weise eine Antwort. Ganz einfach, nicht?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">In dieser zweiten Saison l\u00e4dt unser Podcast dich ein, Werke ausserhalb der \u00fcblichen Ausstellungsorte zu besuchen, meistens im Freien! Fast jede Woche entdecken wir gemeinsam eine k\u00fcnstlerische Sch\u00f6pfung, die irgendwo in der Schweiz im \u00f6ffentlichen Raum zu finden ist.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Heute ging es um das Kunstwerk \"Teppich (It's this rug I have, it really tied the room together) \" von <a href=\"https:\/\/www.cjmueller.ch\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.cjmueller.ch\/\">Claudia und Julia M\u00fcller<\/a>, untersucht vom neugierigen Blick von Paula. Verpasse nicht, das Kunstwerk in Wirklichkeit selber zu entdecken, und zwar in Basel beim Sandgruben-Schulhaus II.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Sammle zeitgen\u00f6ssische Kunst mit deinen Ohren! Die Webseite <a href=\"https:\/\/artscool.ch\/de\/\"><strong>artscool.ch\/de<\/strong><\/a> pr\u00e4sentiert alle Episoden, die seit Herbst 2021 ausgestrahlt wurden. Eine vielf\u00e4ltige und wachsende Sammlung! Ausserdem findest du dort alle Portraits der jugendlichen Fans der zeitgen\u00f6ssischen Kunst, die Kurzbiographien der interviewten K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler und die Bilder der Werke.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Falls du zur Verbreitung des Podcasts ART\u2019S COOL beitragen m\u00f6chtest, z\u00f6gere nicht\u2026 in deinem Umfeld dar\u00fcber zu sprechen, den Podcast auf deiner bevorzugten Plattform zu abonnieren und mit f\u00fcnf Sternen zu bewerten. Du kannst uns auch auf Instagram folgen unter dem Account <strong><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/young_pods\/\">young_pods<\/a>.<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Der Podcast ART\u2019S COOL wird realisiert und ausgestrahlt mit der grossz\u00fcgigen Unterst\u00fctzung der Loterie Romande, dem Migros-Kulturprozent, der Oertli-Stiftung, der Sandoz-Familienstiftung, den Kantonen Aargau, Basel-Stadt, Bern, Genf, Glarus, Graub\u00fcnden, Obwalden, Sankt Gallen, Solothurn, Thurgau, Waadt, Wallis, Zug, Z\u00fcrich, und den St\u00e4dten Winterthur, Yverdon-les-bains, Zug und Z\u00fcrich.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Mit der Stimme von Florence Grivel in der franz\u00f6sischen Version und Stephan Kyburz in der deutschen Version.<br \/>Musik and Sounddesign von Christophe Gonet.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-small-font-size\">Dies ist eine Produktion <a href=\"https:\/\/www.youngpods.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Young Pods<\/strong><\/span><\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Basel, Sandgruben-Schulhaus: Paula hat eine Verabredung mit dem Werk \"Teppich (It's this rug I have, it really tied the room together)\". Sie findet, dass die kahl wirkende Halle durch den gr\u00fcnen und orangefarbenen Teppich sehr einladend wirkt.<\/p>","protected":false},"featured_media":2537,"template":"","artist":[211],"canton":[139],"episode-":[108],"season":[82],"podcast-categories":[],"class_list":["post-2535","podcast","type-podcast","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","artist-claudia-julia-muller","canton-basel-stadt","episode--episode-59","season-season-2"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast\/2535","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast"}],"about":[{"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/podcast"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast\/2535\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3048,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast\/2535\/revisions\/3048"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2537"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2535"}],"wp:term":[{"taxonomy":"artist","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/artist?post=2535"},{"taxonomy":"canton","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/canton?post=2535"},{"taxonomy":"episode-","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/episode-?post=2535"},{"taxonomy":"season","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/season?post=2535"},{"taxonomy":"podcast-categories","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast-categories?post=2535"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}