{"id":2447,"date":"2023-03-30T23:09:42","date_gmt":"2023-03-30T21:09:42","guid":{"rendered":"https:\/\/artscool.ch\/?post_type=podcast&#038;p=2447"},"modified":"2024-10-04T12:54:47","modified_gmt":"2024-10-04T10:54:47","slug":"armando-daniela-schonbachler","status":"publish","type":"podcast","link":"https:\/\/artscool.ch\/de\/podcast\/armando-daniela-schonbachler\/","title":{"rendered":"Armando &amp; Daniela Sch\u00f6nb\u00e4chler"},"content":{"rendered":"<p class=\"has-small-font-size\">\u00a0<\/p>\r\n\r\n<h3><strong>Hoi zusammen, mein Name ist Armando, ich bin f\u00fcnfzehn Jahre alt und ich komme aus Baar.<\/strong><\/h3>\r\n<h3>\u00a0<\/h3>\r\n<h3><b>Kunst ist f\u00fcr mich etwas sehr Grenzenloses, das man in verschiedenen Bereichen antreffen kann, und auch wenn man nichts erz\u00e4hlen muss, kann man recht viel damit ausdr\u00fccken.<\/b><\/h3>\r\n<h3><strong><br \/>Heute habe ich eine Begegnung mit einem Kunstwerk in der Stadt Zug.<\/strong><br \/><strong>Kommt ihr auch mit?<\/strong><\/h3>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>Wir sind jetzt gerade von der Altstadt hinunter zum See gegangen, zur Vogelvoliere und suchen nun das Regierungsgeb\u00e4ude.<\/p>\r\n<p>Geradeaus sehen wir den See mit ein paar Booten, es ist etwas windig, etwas k\u00fchl. Das Regierungsgeb\u00e4ude ist auf unserer rechten Seite. Und das Kunstwerk sollte im Garten sein.<\/p>\r\n<p>Wir befinden uns jetzt im Garten. Wir sehen einige B\u00e4ume. Das Kunstwerk sieht man schon von weitem. Es ist ein runder Kreis, der aufgeteilt ist in vier Sektoren. Also der Kreis mit der Oberfl\u00e4che als Spiegel ist sehr hell, dadurch dass es ein bew\u00f6lkter Tag ist. Also im Spiegel sehe ich den Baum, der gerade links von uns steht, und einen hinter uns. Es ist etwas komisch, wenn man hinunterschaut und dann einfach sich selbst sieht.<\/p>\r\n<p>Also auf mich hat der Spiegel eine enorm krasse Wirkung, weil wenn man sich \u00fcber ihn lehnt, dann ist das wie eine andere Welt, obwohl es einfach eine Spiegelung ist, von dem, was \u00fcber einem liegt. Man k\u00f6nnte fast hineinfallen. Es sieht so aus wie ein Loch im Boden, obwohl eigentlich gar kein Loch vorhanden ist.<\/p>\r\n<p>Das Kunstwerk ist das Pi\u00e8ce d\u2019Eau von Daniela Sch\u00f6nb\u00e4chler. Das Werk befindet sich im Garten des Regierungsgeb\u00e4udes im Kanton Zug, an der Seestrasse 2. Das Werk ist 2021 realisiert worden. Es ist eine Installation von vier Spiegelsegmenten. Das Werk hat einen Durchmesser von 3.8 Metern.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>Ich habe nun noch einige Fragen an Daniela Sch\u00f6nb\u00e4chler.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><strong>DANIELA SCH\u00d6NB\u00c4CHLER:<\/strong> Salut Armando! Sch\u00f6n warst du in Zug, um mein Werk Pi\u00e8ce d\u2019Eau im Garten des Regierungsgeb\u00e4udes zu besichtigen. Und deine Ausdr\u00fccke wie \u201ckrasse Wirkung, andere Welt, sich hineinfallen lassen\u201d, sind genau die Emotionen, die ich ausl\u00f6sen m\u00f6chte bei den Betrachtern, wenn sie meine Werke besichtigen.<\/p>\r\n<p><strong>ARMANDO:<\/strong>\u00a0Wie kommt man darauf, einen runden Spiegel genau im Garten des Regierungsgeb\u00e4udes am Boden zu platzieren und nicht, wie \u00fcblich, an einer Wand?<\/p>\r\n<p><strong>DANIELA SCH\u00d6NB\u00c4CHLER:<\/strong> Deine erste Frage, wieso einen Spiegel im Garten am Boden liegt, und nicht an einer Wand h\u00e4ngt im Innenraum, hat bei mir selber auch die Gegenfrage ausgel\u00f6st: wieso darf ein Spiegel eigentlich nur in Innenr\u00e4umen an der Wand h\u00e4ngen? Und dies ist vielleicht auch entstanden, weil ich seit Mitte der 1990er Jahre in Venedig gr\u00f6sstenteils lebe und arbeite. Und dort ist man die ganze Zeit umgeben von Wasser, Kan\u00e4len, Reflektionen, Spiegelungen, und so habe ich vor etwa 18 Jahren angefangen, mich mit Spiegeln auseinanderzusetzen und dessen Reflektionsgesetze und habe so angefangen mit Spiegeln zu experimentieren. Als erstes bin ich mit diesen Spiegeln in die Natur hinaus, und habe angefangen diese zu platzieren an Orten, an welchen man dies \u00fcberhaupt nicht erwartet . Und habe dann gesp\u00fcrt, dass dies ganz andere Sichtweisen ausl\u00f6st und dies hat mich sehr fasziniert.<\/p>\r\n<p><strong>ARMANDO:<\/strong>\u00a0Wieso genau in dieser recht grossen Gr\u00f6sse? Weil dies ist ja nicht so normal f\u00fcr einen solchen Spiegel, den man bei sich zuhause kennt.<\/p>\r\n<p><strong>DANIELA SCH\u00d6NB\u00c4CHLER:<\/strong> \u201cPi\u00e8ce d\u2019Eaus\u201d \u2013 auf Deutsch \u201cWasserst\u00fcck\u201d \u2013    sind von Landschaftsarchitekten immer in grossen P\u00e4rken installiert worden. Sind nicht tiefe Wasserbecken, meistens eine konkrete Form, entweder rechteckig oder Kreise. Zum Beispiel auch in Versailles hat es ein grosses. Und das waren Spiegelfl\u00e4chen, und man muss sich auch vorstellen, dass es bis ins 14. Jahrhundert keine Spiegel gegeben hat. Ausser eben in ruhigen Wasseroberfl\u00e4chen oder in polierten, kleinen Metallteilen.<\/p>\r\n<p>Und dies hat mich nat\u00fcrlich inspiriert in diesem Garten des Regierungsgeb\u00e4udes, das f\u00fcr Zug doch ein wichtiges Geb\u00e4ude ist, so ein Pi\u00e8ce d\u2019Eau platzieren zu d\u00fcrfen. Und wenn ich so etwas platziere, dann gehe ich zuerst einmal vor Ort, um zu schauen. Und dies ist nicht einfach so hingelegt, sondern ich mache mir viele Gedanken dazu. Erstens, wo platziere ich es genau. Dann was heisst es, was dort drin reflektiert wird, und dann eben auch die Gr\u00f6sse so zu bestimmen, dass es in diesem Raum, in diesem Aussenraum einen gewissen Effekt geben kann. Ich habe dann beim Regierungsgeb\u00e4ude alles ausgesteckt und bin dann auf die 3.80 Meter gekommen, die f\u00fcr mich gestimmt haben, und auch der Ort der Platzierung ist f\u00fcr mich so perfekt, weil man eben die B\u00e4ume im Spiegel gut wahrnehmen kann.<\/p>\r\n<p><strong>ARMANDO:<\/strong>\u00a0Bei anderen Kunstwerken, bei welchen man etwas zum Ausdruck bringen kann, oder wo etwas dargestellt ist, sieht man bei diesem Spiegel nur was \u00fcber einem liegt. Wie kommt es dazu?<\/p>\r\n<p><strong>DANIELA SCH\u00d6NB\u00c4CHLER:<\/strong> Dass man beim Spiegel nur das sieht, was dar\u00fcber liegt. Dies ist eine sehr interessante Frage, weil mich dies pers\u00f6nlich auch sehr interessiert, wenn ich im \u00f6ffentlichen Raum ein Kunstwerk realisiere, dann schenke ich dieses der \u00d6ffentlichkeit. Und das heisst f\u00fcr mich auch, dass die \u00d6ffentlichkeit, das heisst der Besucher eine Teilkraft wird zusammen mit der Natur. Das heisst, es findet eine Interaktion statt zwischen dem Betrachter und dem Werk. Das Werk musst du dir vorstellen, jedes Mal wenn du es besuchst, sieht es wieder anders aus. Es ist nie gleich, weil das Licht, die Tageszeit, die Jahreszeit, die Himmelfarben, die Himmelstrukturen, die ver\u00e4ndern sich st\u00e4ndig. Wenn du darum herum gehst, dann spielt es auch eine Rolle, von welcher Position du hinein schaust, von welchem Winkel. Du siehst immer ein anderes Bild. Und dies ist eigentlich das, was mich sehr interessiert. Dass ich das Werk gebe, und dann der Betrachter etwas weiter entwickelt. Und was auch wichtig ist, dass wenn du dort bist, etwas mitnehmen kannst, dass du pers\u00f6nlich ganz alleine erlebt hast.<\/p>\r\n<p><strong>ARMANDO:<\/strong> Was ging der K\u00fcnstlerin selbst durch den Kopf, bei diesem Ort, beim Regierungsgeb\u00e4ude mit einem runden Spiegel in einer enormen Gr\u00f6sse und flach am Boden.<\/p>\r\n<p><strong>DANIELA SCH\u00d6NB\u00c4CHLER:<\/strong> Ja, ich mache viele Spiegelinstallationen \u2013 grosse. Und es geht mir eben darum, dass man die Umgebung, die Natur bewusster wahrnimmt, ein anderes Gef\u00fchl erleben kann. Das Gef\u00fchl von der Distanz von uns zum Himmel. Das Firmament und die Erde, diese Distanz zu sp\u00fcren, zu beobachten. Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass ich durch diesen Garten gehe, ich weiss vermutlich gar nicht genau, was dort f\u00fcr B\u00e4ume stehen. Sobald ich dies \u00fcber den Spiegel anschaue, l\u00f6st dies im Hirn etwas aus, wo ich viel bewusster diese Dinge wahrnehme. Die Leute auch etwas bewusster im Blick werden zu lassen.<\/p>\r\n<p>Und Armando, ich hoffe, dass meine Erl\u00e4uterungen dir dieses Werk Pi\u00e8ce d\u2019Eau etwas n\u00e4her gebracht haben. Und ich w\u00fcnsche dir alles Gute auf deinem weiteren Lebensweg!<br \/>Ich hoffe, dass du viel Kunst besuchen und erleben kannst.<\/p>\r\n<p>Salut Armando, ciao!<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">\u00b0\u00b0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">ART'S COOL oder \"Art is cool\"!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Dies ist eine Begegnung mit einem zeitgen\u00f6ssischen Kunstwerk in der Schweiz, betrachtet, erkundet, und hinterfragt von jungen Menschen. Auf die Fragen der Jugendlichen geben wiederum die K\u00fcnstlerin oder der K\u00fcnstler auf ihre Weise eine Antwort. Ganz einfach, nicht?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">In dieser zweiten Saison l\u00e4dt unser Podcast dich ein, Werke ausserhalb der \u00fcblichen Ausstellungsorte zu besuchen, meistens im Freien! Fast jede Woche entdecken wir gemeinsam eine k\u00fcnstlerische Sch\u00f6pfung, die irgendwo in der Schweiz im \u00f6ffentlichen Raum zu finden ist.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Heute ging es um <em>Pi\u00e8ce d'Eau<\/em> von Daniela Sch\u00f6nb\u00e4chler, die von Armandos neugierigem Blick untersucht wird.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Verpassen Sie es nicht, das Werk, um das es in Zug ging, im Garten der Staatskanzlei in natura zu sehen.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Sammle zeitgen\u00f6ssische Kunst mit deinen Ohren! Die Webseite <a href=\"https:\/\/artscool.ch\/de\/\"><strong>artscool.ch\/de<\/strong><\/a> pr\u00e4sentiert alle Episoden, die seit Herbst 2021 ausgestrahlt wurden. Eine vielf\u00e4ltige und wachsende Sammlung! Ausserdem findest du dort alle Portraits der jugendlichen Fans der zeitgen\u00f6ssischen Kunst, die Kurzbiographien der interviewten K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler und die Bilder der Werke.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Falls du zur Verbreitung des Podcasts ART\u2019S COOL beitragen m\u00f6chtest, z\u00f6gere nicht\u2026 in deinem Umfeld dar\u00fcber zu sprechen, den Podcast auf deiner bevorzugten Plattform zu abonnieren und mit f\u00fcnf Sternen zu bewerten. Du kannst uns auch auf Instagram folgen unter dem Account <strong><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/young_pods\/\">young_pods<\/a>.<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Der Podcast ART\u2019S COOL wird realisiert und ausgestrahlt mit der grossz\u00fcgigen Unterst\u00fctzung der Loterie Romande, dem Migros-Kulturprozent, der Oertli-Stiftung, der Sandoz-Familienstiftung, den Kantonen Aargau, Basel-Stadt, Bern, Glarus, Obwalden, Sankt Gallen, Solothurn, Thurgau, Waadt, Zug, Z\u00fcrich, und den St\u00e4dten Winterthur, Yverdon-les-bains, Zug und Z\u00fcrich.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Mit der Stimme von Florence Grivel in der franz\u00f6sischen Version und Stephan Kyburz in der deutschen Version.<br \/>Musik and Sounddesign von Christophe Gonet.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-small-font-size\">Dies ist eine Produktion <a href=\"https:\/\/www.youngpods.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Young Pods<\/strong><\/span><\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zug, Garten der Staatskanzlei: Daniela Sch\u00f6nb\u00e4chlers Spiegel hat einen starken Effekt auf Armando, als h\u00e4tte er die Macht, ihn zu verschlingen.<\/p>","protected":false},"featured_media":2450,"template":"","artist":[226],"canton":[158],"episode-":[91],"season":[82],"podcast-categories":[],"class_list":["post-2447","podcast","type-podcast","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","artist-daniela-schonbachler","canton-zug","episode--episode-42","season-season-2"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast\/2447","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast"}],"about":[{"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/podcast"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast\/2447\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3065,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast\/2447\/revisions\/3065"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2450"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2447"}],"wp:term":[{"taxonomy":"artist","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/artist?post=2447"},{"taxonomy":"canton","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/canton?post=2447"},{"taxonomy":"episode-","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/episode-?post=2447"},{"taxonomy":"season","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/season?post=2447"},{"taxonomy":"podcast-categories","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast-categories?post=2447"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}