{"id":2413,"date":"2023-02-16T11:35:22","date_gmt":"2023-02-16T10:35:22","guid":{"rendered":"https:\/\/artscool.ch\/?post_type=podcast&#038;p=2413"},"modified":"2024-10-04T12:57:40","modified_gmt":"2024-10-04T10:57:40","slug":"nilmini-haus-am-gern","status":"publish","type":"podcast","link":"https:\/\/artscool.ch\/de\/podcast\/nilmini-haus-am-gern\/","title":{"rendered":"Nilmini &amp; Haus am Gern"},"content":{"rendered":"<p class=\"has-small-font-size\">\u00a0<\/p>\r\n\r\n<h3><strong>Hallo, ich heisse Nilmini.<\/strong><\/h3>\r\n<h3><strong>Ich komme aus Solothurn und bin 18 Jahre alt.<\/strong><\/h3>\r\n<h3>\u00a0<\/h3>\r\n<h3><strong>Kunst bedeutet f\u00fcr ziemlich viel, also Kunst ist f\u00fcr mich \u00fcberall integriert. Alles, das man sieht, ist f\u00fcr mich Kunst. <\/strong><\/h3>\r\n<h3><strong><br \/>Heute habe ich eine Begegnung mit dem Kunstwerk <em>Berntor<sup>3<\/sup><\/em>\u00a0vom K\u00fcnstlerduo Haus am Gern. Kommt ihr auch mit?<br \/><\/strong><\/h3>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><strong>NILMINI<\/strong>: Wir gehen jetzt \u00fcber die Kreuzackerbr\u00fccke zum Kreuzackerpark. Mit sch\u00f6nem Blick auf Solothurn.<\/p>\r\n<p>Und jetzt gehen wir in den Park hinein und sehen gerade schon hinter einem Baum den ersten Teil des Kunstwerks.<\/p>\r\n<p>Wir stehen jetzt an einer Stelle, wo man alle drei Tore zusammen sieht, weil diese alle auseinander verteilt sind. Und man sieht das alte Berntor, das noch gerade steht. Und links und rechts davon das Kunstwerk. Der eine Teil des Kunstwerks ist wie umgefallen und liegt am Boden. Und der andere Teil steht auf einer Wiese und dieses ist wie auf das Dach umgedreht und ragt in die H\u00f6he.<\/p>\r\n<p>Und die Kunstwerke sind eigentlich Kopien des alten Berntors, die jetzt anders arrangiert sind.<\/p>\r\n<p>Also jetzt im Moment ist das Wetter recht schlecht und darum ist hier alles etwas dreckig. Aber ich habe das Kunstwerk auch schon im Sommer gesehen. Dann steht hier immer die Hafenbar. Dann ist mir schon aufgefallen, dass sehr viele Leute um das Kunstwerk herum sind und auch auf dem Kunstwerk drauf, also auf dem liegenden Teil des Berntors. Und das hat mir sehr gefallen, wie sich die Atmosph\u00e4re um das Kunstwerk herum bewegt hat.<\/p>\r\n<p>Jetzt gehen wir durch das alte Berntor zum neuen Berntor, das auf dem Kopf steht. Was mir auff\u00e4llt ist, durch das, dass es auf dem Kopf steht, wirkt es viel gr\u00f6sser und imposanter, obwohl es gleich gross ist wie das alte Berntor.<\/p>\r\n<p>Das is das Kunstwerk <em>Berntor<sup>3<\/sup><\/em>\u00a0vom Haus am Gern. Zu diesem K\u00fcnstlerduo geh\u00f6ren Barbara Meyer Cesta und Rudolf Steiner. Das Werk ist 2022 realisiert worden. Das Werk besteht aus Beton und diese Werke haben den Massstab 1:1 vom originalen Berntor.<\/p>\r\n<p>Jetzt habe ich noch einige Fragen ans K\u00fcnstlerduo.<\/p>\r\n<p>Mich w\u00fcrde es interessieren, wie man auf diese Idee gekommen ist, das alte Berntor zu kopieren und die zwei Kopien im Park zu schaffen und die dann so zu platzieren. Mich nimmt es auch Wunder, wie man auf diese Platzierung gekommen ist? War sie beliebig oder hat sie eine Bedeutung?<\/p>\r\n<p><strong>HAUS AM GERN<\/strong>: Salut Nilmini! Du interessierst dich ja f\u00fcr die drei Berntore. Und das freut uns nat\u00fcrlich, weil dies uns beweist, dass auch das alte Berntor endlich angeschaut wird. Ich bin die eine H\u00e4lfte des K\u00fcnstlerduos Haus am Gern, Barbara, und ich beantworte f\u00fcr uns zwei, f\u00fcr Ruedi und mich, deine Fragen.<\/p>\r\n<p>Ruedi und ich sind mit einigen anderen Kunstschaffenden zu einem Wettbewerb eingeladen worden, und wir haben diese Einladung angenommen. Wir sind dann ein paar Mal nach Solothurn gereist und haben uns den Kreuzackerpark angeschaut. Wir haben geschaut, was dort passiert, was die Leute machen, wie es dort aussieht.<\/p>\r\n<p>Und was man halt zuerst sieht, ist das einsame alte Berntor, das dort etwas verloren herumsteht. Das Tor hat eine lange Geschichte. Es ist \u00fcber 300 Jahre alt. Und es war mal ein Teil der Stadtmauer. Und als sich die Stadtarchitektur \u00fcber die Jahrhunderte ver\u00e4ndert hat, hat man das \u00e4ussere Berntor versetzt. Und damit hat es seine Aufgabe verloren. Es hat zwar noch ausgesehen wie ein Tor, aber diese Funktion hat es nicht mehr gebraucht. Und es wurde mit dieser Platzierung zu einer Skulptur.<\/p>\r\n<p>F\u00fcr uns hat es so ausgeschaut, als h\u00e4tte ein grosses Kind nach dem Spielen seinen Holzbaukasten nicht aufger\u00e4umt. Und aus dieser Vorstellung heraus wollten wir etwas machen. Das heisst, wir wollten nicht die Spielsachen aufr\u00e4umen, sondern wir wollten weiter spielen.<\/p>\r\n<p>Wir waren uns dann sehr bald einig, das alte Berntor soll zwei Gef\u00e4hrten bekommen. Und zwar zwei neue Berntore in originaler Gr\u00f6sse. Zwei, weil ein einziges Tor als eine Art Kopie angeschaut w\u00fcrde, und das fanden wir recht langweilig. Und f\u00fcr mehr als drei hat es nicht gen\u00fcgend Platz. Wir haben uns dann f\u00fcr ein liegendes Tor entschieden und f\u00fcr eines, das den Kopfstand macht und die Beine in die Luft streckt.<\/p>\r\n<p>Die Platzierung der Tore war sehr pr\u00e4zis und es war auch ein langer Prozess. Daf\u00fcr haben wir das alte Berntor ausgemessen und virtuell mit einem 3D-Programm nachgebaut, und auch am Computer die richtige Lage ausget\u00fcftelt. Wir mussten dann zwischen den alten, kostbaren B\u00e4umen das Tor so platzieren, dass das Wurzelwerk von den Fundamenten nicht verletzt wird und dass seine Lage r\u00e4umlich dann auch stimmt.<\/p>\r\n<p>Wir wollten das liegende Tor bei der Hafenbar haben, damit man darauf herumturnen kann, und dass das Tor eigentlich zu einer Sitzbank wird. Dem anderen Tor, dem Kopftor, wollten wir viel Raum geben, damit es gut sichtbar ist, und dass es in ein Zusammenspiel mit dem alten Tor und der Architektur der Schulh\u00e4user kommt. Und heute sind wir sehr zufrieden mit unseren Entscheidungen.<\/p>\r\n<p><strong>NILMINI<\/strong>: Ich frage mich auch, wie man das Werk gemacht hat. Mich w\u00fcrde der Prozess sehr Wunder nehmen. Ob man zuerst ein Modell gemacht hat des alten Berntors. Wie ist man auf die Idee gekommen, dass man das Werk quasi als ein Betonelement macht. Weil das alte Berntor besteht ja aus mehreren Steinen. Wieso hat man diese jetzt als eine Einheit gemacht?<\/p>\r\n<p><strong>HAUS AM GERN<\/strong>: Die beiden Tore wurden nicht gegossen. Sie sind von Hand, Schicht um Schicht, in eine Form gestampft worden. Beim Kopftor sieht man die einzelnen Stampfschichten sehr gut. Man kann anhand der Schichten die Handarbeit durch den Mensch ablesen, genau gleich wie bei den Kerben im Stein des alten Berntores.<\/p>\r\n<p>Damit man die Masse stampfen kann, muss sie weich sein. Aber sie darf aber nicht zu weich sein, weil dann kann man nur \u201cPflotschen\u201d und das Tor l\u00e4uft davon. Und nach dem Austrocknen muss der Beton genau so fest sein wie gegossener Beton, obwohl er eine Kieszugabe hat und etwas spr\u00f6de ist. Das Spr\u00f6de war uns recht, denn nach einiger Zeit werden sich einzelne Steine von der Kante l\u00f6sen und die Tore so ein Eigenleben haben. Sie k\u00f6nnen alt werden so.<\/p>\r\n<p>Wir haben uns auch f\u00fcr diese Bautechnik entschieden, weil wir die zwei Tore so bauen wollten, wie man dies heute macht. Und damit man genau dies in 100 Jahren an den neuen Toren ablesen kann.<\/p>\r\n<p>Das liegende Tor ist f\u00fcr den Schutz der B\u00e4ume auf einem externen Bauplatz hergestellt worden. In einer Holzbauwerkstatt wurde eine exakte Negativholzform gebaut. In diese Form ist das Tor in acht Teilen von Hand gestampft worden. Und die ausgeh\u00e4rtenen Einzelteile hat dann ein Team mit Hilfe eines Pneukran auf dem Fundament zusammengesetzt. Ein bisschen wie im Sandkasten, nur gr\u00f6sser. Und es hat alles gepasst.<\/p>\r\n<p>F\u00fcr das Kopftor hat man das Holznegativ auf eine riesige Schalenwand montiert und die hat man am Standort senkrecht aufgestellt. Und nach der Aush\u00e4rtung des Stampfbetons hat man die Schalungswand und das Holznegativ abgebaut. Und das Kopftor haben sie zuoberst im feuchten Stampfbeton signiert. Aber das wissen nur wir.<\/p>\r\n<p>Du musst wissen, dass die Firma Marty, die dies f\u00fcr uns gebaut hat, weltweit komplizierte Tunnel baut \u2013 aber eben keine Berntore. Und wir haben dann entdeckt, dass im Namen der Baufirma Marty das Wort ART steckt. Ist ja cool, oder?<\/p>\r\n<p>Und wir beide w\u00fcnschen dir weiterhin viele Wunder. Und vergiss nie, was der K\u00fcnstler Robert Filliou einmal gesagt hat: Kunst ist das, was das Leben interessanter macht, als die Kunst.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">\u00b0\u00b0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">ART'S COOL oder \"Art is cool\"!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Dies ist eine Begegnung mit einem zeitgen\u00f6ssischen Kunstwerk in der Schweiz, betrachtet, erkundet, und hinterfragt von jungen Menschen. Auf die Fragen der Jugendlichen geben wiederum die K\u00fcnstlerin oder der K\u00fcnstler auf ihre Weise eine Antwort. Ganz einfach, nicht?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">In dieser zweiten Saison l\u00e4dt unser Podcast dich ein, Werke ausserhalb der \u00fcblichen Ausstellungsorte zu besuchen, meistens im Freien! Fast jede Woche entdecken wir gemeinsam eine k\u00fcnstlerische Sch\u00f6pfung, die irgendwo in der Schweiz im \u00f6ffentlichen Raum zu finden ist.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Heute ging es um <strong><em>Berntor<sup>3<\/sup><\/em><\/strong> des K\u00fcnstlerduos <a href=\"https:\/\/www.hausamgern.ch\/\"><strong>Haus am Gern<\/strong><\/a>, untersucht vom neugierigen Blick von <strong>Nilmini<\/strong>. Verpasse nicht das Kunstwerk in Wirklichkeit selber zu entdecken, und zwar in <strong>Solothurn<\/strong>, im <strong>Kreuzackerpark<\/strong>.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Sammle zeitgen\u00f6ssische Kunst mit deinen Ohren! Die Webseite <a href=\"https:\/\/artscool.ch\/de\/\"><strong>artscool.ch\/de<\/strong><\/a> pr\u00e4sentiert alle Episoden, die seit Herbst 2021 ausgestrahlt wurden. Eine vielf\u00e4ltige und wachsende Sammlung! Ausserdem findest du dort alle Portraits der jugendlichen Fans der zeitgen\u00f6ssischen Kunst, die Kurzbiographien der interviewten K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler und die Bilder der Werke.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Falls du zur Verbreitung des Podcasts ART\u2019S COOL beitragen m\u00f6chtest, z\u00f6gere nicht\u2026 in deinem Umfeld dar\u00fcber zu sprechen, den Podcast auf deiner bevorzugten Plattform zu abonnieren und mit f\u00fcnf Sternen zu bewerten. Du kannst uns auch auf Instagram folgen unter dem Account <strong><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/young_pods\/\">young_pods<\/a>.<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Der ART'S COOL Podcast wird dank der wertvollen Unterst\u00fctzung der Loterie Romande, des Migros-Kulturprozent, der Oertli-Stiftung, der Sandoz-Stiftung, der Kantone Basel-Stadt, Bern, Thurgau, Waadt, Zug und Z\u00fcrich sowie der St\u00e4dte Yverdon-les-bains, Zug und Z\u00fcrich realisiert und ausgestrahlt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-small-font-size\">Mit der Stimme von Florence Grivel in der franz\u00f6sischen Version und Stephan Kyburz in der deutschen Version.<br \/>Musik and Sounddesign von Christophe Gonet.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-small-font-size\">Dies ist eine Produktion <a href=\"https:\/\/www.youngpods.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Young Pods<\/strong><\/span><\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Solothurn, Kreuzackerpark: Nilmini trifft sich mit dem Kunstwerk Berntor3 und erz\u00e4hlt uns, dass sie dieses Kunstwerk im \u00f6ffentlichen Raum mag, auf das sich die Leute im Sommer setzen.<\/p>","protected":false},"featured_media":2415,"template":"","artist":[188],"canton":[151],"episode-":[87],"season":[82],"podcast-categories":[],"class_list":["post-2413","podcast","type-podcast","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","artist-haus-am-gern","canton-solothurn","episode--episode-38","season-season-2"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast\/2413","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast"}],"about":[{"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/podcast"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast\/2413\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3070,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast\/2413\/revisions\/3070"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2415"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2413"}],"wp:term":[{"taxonomy":"artist","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/artist?post=2413"},{"taxonomy":"canton","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/canton?post=2413"},{"taxonomy":"episode-","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/episode-?post=2413"},{"taxonomy":"season","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/season?post=2413"},{"taxonomy":"podcast-categories","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast-categories?post=2413"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}