{"id":2236,"date":"2022-07-06T15:36:09","date_gmt":"2022-07-06T13:36:09","guid":{"rendered":"https:\/\/artscool.ch\/?post_type=podcast&#038;p=2236"},"modified":"2024-10-07T14:39:14","modified_gmt":"2024-10-07T12:39:14","slug":"alicia-andrea-wolfensberger","status":"publish","type":"podcast","link":"https:\/\/artscool.ch\/de\/podcast\/alicia-andrea-wolfensberger\/","title":{"rendered":"Alicia &amp; Andrea Wolfensberger"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hallo, ich bin Alicia. Ich bin 15 Jahre alt und ich komme aus Cham in Zug.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcr mich ist Kunst die Realisierung von Emotionen in etwas Wahrnehmbaren zum Beispiel mit den H\u00e4nden oder den Augen, und ihre Interpretation durch den Betrachter.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heute habe ich eine Begegnung mit einem Kunstwerk des Kunsthauses Zug.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:11px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>ALICIA:<\/strong> Gr\u00fcezi, ich suche das Kunstwerk \u201cIn Gedanken versunken\u201d von Andrea Wolfensberger. K\u00f6nnen Sie mir sagen wo es ist?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>EMPFANG MUSEUM:<\/strong> Es ist am Vorstadtquai, aber weiter vorne, weiter Westw\u00e4rts. Guten Spaziergang!<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:11px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"lou\"><strong>ALICIA:<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Also wir haben jetzt gerade das Kunsthaus verlassen, vorbei an der St. Oswald Kirche und der Bibliothek und wir gehen jetzt zum See hinunter. \u00dcber dem See liegt ein dichter Nebel und man sieht gar nicht weit. Wenn man nicht w\u00fcsste, dass es ein See ist, w\u00fcrde man denken dass es ein Meer ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schriftzug ist von Andrea Wolfensberger erschaffen worden im Jahr 1995. Es ist eine Inschrift auf Stein am Alpenquai beim Schiffsstegbahnhof. Die Dimensionen sind 15 x 188 cm.<\/p>\n\n\n\n<p>In Gedanken versunken ist definitiv das Gef\u00fchl, das man f\u00fchlt wenn man am Abend, oder je nachdem am Morgen am Alpenquai vorbei spaziert. Wenn es nicht so neblig ist wie jetzt, dann sieht man die Rigi, man sieht den Pilatus, manchmal sieht man sogar die Berner Alpen, wenn der Himmel gen\u00fcgend klar ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist sehr interessant dar\u00fcber nachzudenken, was der K\u00fcnstlerin durch den Kopf ging. Weil wenn man nichts von der Geschichte weiss vom Alpenquai und den zwei Katastrophen, die hier stattgefunden haben, dann meint man nat\u00fcrlich dass es die Aussicht sein k\u00f6nnte \u2013 die Bewunderung der Landschaft, die Bewunderung der Gespr\u00e4che die man f\u00fchrt, wenn man am See und der Landschaft vorbei geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Es l\u00e4sst einem sehr viel Platz zum Interpretieren, nachzudenken was der Schriftzug bedeutet. Wie gesagt, haben hier zwei Katastrophen in der Stadt Zug am See stattgefunden. Die erste war im Jahr 1435, am 4. M\u00e4rz, als eine ganze Passage versunken ist und es gibt sogar ein M\u00e4rchen dazu von der Seejungfrau von Zug. Die zweite Katastrophe ist 1887 passiert und dazumals ist nochmals ein Teil der Stadt einfach im See versunken.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier sind meine Fragen an der K\u00fcnstlerin:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>- Ich frage mich, an was sie gedacht hat, als sie das Kunstwerk erschaffen hatte?<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <strong>Mit welchem Gef\u00fchl sie in das Projekt hineingegangen ist und am Ende mit was f\u00fcr einem Gef\u00fchl sie das Projekt fertiggestellt hat. Und welche Emotionen sie damit vermitteln will?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>- Was geht der K\u00fcnstlerin durch den Kopf wenn sie an den Schriftzug denkt, \u201cIn Gedanken versunken\u201d?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>- Warum hat sie es in Stein gemeisselt? Sollte dies ein Symbol f\u00fcr die Ewigkeit sein? F\u00fcr die Geschichte?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>- Ich frage mich auch noch, ob die K\u00fcnstlerin die Sage von der Seejungfrau gekannt hat und ob sie auch daran gedacht hat, als sie das Kunstwerk entworfen hat?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:11px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"emmanuelle-antille\"><strong>ALICIA WOLFENSBERGER:<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Ciao Alicia, hier ist Andrea Wolfensberger. Ich habe jetzt gerade deine Sprachnachricht geh\u00f6rt und ich habe einfach nur Freude. Du hast meine Arbeit \u201cIn Gedanken versunken\u201d so gut verstanden, dass ich dem eigentlich fast nichts mehr hinzuf\u00fcgen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte ganz kurz auf deine Fragen eingehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Du hast mich gefragt, was ich gedacht habe, als ich das Kunstwerk erschaffen hatte, mit welchem Gef\u00fchl ich in dieses Projekt hineingegangen bin, und mit welchem Gef\u00fchl ich das Projekt fertiggestellt habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Da musst du die Geschichte dazu kennen. Und zwar war es eine Anfrage tats\u00e4chlich zur Vorstadtkatastrophe. Urspr\u00fcnglich hat man nat\u00fcrlich gedacht, dass man da ein Monument, also ein Denkmal macht \u2013 etwas Grossartiges, dass man dies nicht vergisst, dass man sich daran erinnert. Und ich wollte dies nicht. Ich habe meine M\u00fche mit so monumentalen Skulpturen. Ich wollte etwas Feinsinniges machen, das man entdecken kann, dass sich aber auch nicht aufdr\u00e4ngt. Sondern etwas das einfach da ist, so nebenbei, beil\u00e4ufig im wahrsten Sinne des Wortes.<\/p>\n\n\n\n<p>Und \u201cIn Gedanken versunken\u201d nimmt nat\u00fcrlich ganz bewusst Bezug zum Versinken im See. Die versunkenen Stadtteile, die darunter liegen. Aber ein Werk spricht ja zu jemandem. Ich m\u00f6chte ja jemanden ansprechen. Und ich m\u00f6chte die Personen die ich anspreche dort abholen, wo sie sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wenn ich am See stehe \u2013 der ist ja so wahnsinnig sch\u00f6n, dem kann man gar nichts mehr hinzuf\u00fcgen mit seinen Stimmungen, mit den Lichtern, mit dem Wetter, mit allem \u2013 so dass ich einfach, wenn ich dort stehe, in Gedanken versinke. Und ich kann mir gut vorstellen, dass wenn man dort vorbei geht, man nicht \u00fcber etwas konkretes nachdenkt, sondern sinniert, man einfach ist. Eine Atmosph\u00e4re eigentlich, die ich aufnehmen m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ja ein Zustand, den ich beschreibe. Ich nehme an diese Menschen, die da vorbeigehen, sind in Gedanken versunken, die dann vielleicht per Zufall diese kleine Inschrift am Boden entdecken. Und dann hoffe ich, dass sich Welten \u00f6ffnen in diesen Personen. So wie es bei dir passiert ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe es in Stein gemeisselt, weil dort bereits Stein ist. Ich wollte nichts hinzuf\u00fcgen oder wegnehmen. Ich dachte mir auch, dass wenn es gewittert oder regnet, dass es dann Wasser drin hat und dass es sich im Herbst f\u00fcllt mit Bl\u00e4ttern. Und das fand ich sehr sch\u00f6n, dass diese Schrift dann spiegelnd wahrnehmbar ist, also wenn sie mit Wasser gef\u00fcllt ist, dann wird sie heller, man wird den Himmel darin sehen und es wird ganz einen anderen Charakter haben als bei sch\u00f6nem Wetter, wenn es frisch geputzt ist. Dass es bleibt, dass man es nicht zerst\u00f6ren kann ist nat\u00fcrlich auch ein wichtiger Gedanke, den ich gerne angenommen habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann hast du mich noch gefragt, ob es ein Symbol sein soll f\u00fcr die Ewigkeit, f\u00fcr die Geschichte. Also ja, es soll ein Denkmal sein f\u00fcr die Vorstadtkatastrophe. Und es soll Bestand haben. Es geht nicht um ein kurzes Gef\u00fchl, sondern wie gesagt, der Grundimpuls oder Grundauftrag war ein Monument zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Also die Sage der Seejungfrau kenne ich nicht. Aber sie kommt mir sehr entgegen, weil im See hat es nicht nur versunkene H\u00e4user, sondern es hat auch Lebewesen drin \u2013 Fische und Pflanzen, und Algen \u2013 und ganz viele Gedanken vielleicht auch die versunken sind, oder Vorstellungen oder Geschichten. Alles was sich so rankt um diesen Ort, um diese Ewigkeit \u2013 welches ein grosses Wort, ein langes Wort ist, aber sicher um die Geschichte der Menschen die an diesem Ort gewohnt haben und vielleicht dort wohnen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe heute noch Freude an dieser Arbeit, weil ich glaube, dass sie funktioniert. Man muss sie auch nicht als Kunst erkennen, kommt gar nicht darauf an. Und ich habe das Gef\u00fchl, oder ich hoffe, dass sie gewisse Leute ber\u00fchrt. Und dass diejenigen, die sie nicht ber\u00fchrt, auf jeden Fall nicht st\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, ich hoffe ich habe dir jetzt geantwortet auf die Fragen, die du hattest. Ich w\u00fcnschte mir dich mal zu treffen. Ich bin wirklich beeindruckt, was du gesehen hast, was du weisst, was du erz\u00e4hlt hast. Und ich f\u00e4nde es wundersch\u00f6n, wenn wir uns mal in Zug treffen k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ciao Alicia!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>\u00b0\u00b0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">\"ART'S COOL\" oder \"Art is cool\"!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Dies ist eine Begegnung mit einem zeitgen\u00f6ssischen Kunstwerk in der Schweiz, betrachtet, erkundet, und hinterfragt von jungen Menschen. Auf die Fragen der Jugendlichen geben wiederum die K\u00fcnstlerin oder der K\u00fcnstler auf ihre Weise eine Antwort. Ganz einfach, nicht?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Heute ging es um das Werk \"In Gedanken versunken\" von<a href=\"http:\/\/andreawolfensberger.ch\/\"><span> <\/span>Andrea Wolfensberger<\/a>, untersucht vom neugierigen Blick von Alicia.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Verpasse nicht das Kunstwerk in Wirklichkeit selber zu entdecken, im <a href=\"https:\/\/kunsthauszug.ch\/\">Kunsthaus Zug<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Und sammle zeitgen\u00f6ssische Kunst mit deinen Ohren! Triff fast jede Woche auf eine neue Episode um deine eigene Sammlung zu komplettieren \u2013 jedes Mal mit einem anderen Fokus zu einem Kunstwerk in der Schweiz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Du findest alle Portraits der jugendlichen Fans der zeitgen\u00f6ssischen Kunst, die Kurzbiographien der interviewten K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler und die Bilder der Werke auf der Webseite <a href=\"https:\/\/artscool.ch\/de\/\">artscool.ch\/de<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Falls du zur Verbreitung des Podcasts ART\u2019S   COOL beitragen m\u00f6chtest, z\u00f6gere nicht\u2026\nin deinem Umfeld dar\u00fcber zu sprechen,\nden Podcast auf deiner bevorzugten Plattform zu abonnieren und mit f\u00fcnf Sternen zu bewerten<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Du kannst uns auch auf Instagram folgen unter dem Account <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/young_pods\/\">young_pods<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Der Podcast ART\u2019S COOL wird realisiert und ausgestrahlt mit der grossz\u00fcgigen Unterst\u00fctzung der Loterie Romande, Pro Helvetia, der Fondation Gandur pour la Jeunesse, der Ernst G\u00f6hner Stiftung, der Oertli-Stiftung, der Sandoz-Familienstiftung und dem Migros-Kulturprozent.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Mit der Stimme von Florence Grivel in der franz\u00f6sischen Version und Stephan Kyburz in der deutschen Version.<br>Musik and Sounddesign von Christophe Gonet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Dies ist eine Produktion <a href=\"https:\/\/www.youngpods.ch\/\">Young Pods<\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kunsthaus Zug: Alicia ist mit Andrea Wolfensbergers \"In Gedanken versunken\" verabredet und fragt sich, warum der K\u00fcnstler die Inschrift in den Stein gemei\u00dfelt hat.<\/p>","protected":false},"featured_media":2232,"template":"","artist":[240],"canton":[158],"episode-":[73],"season":[42],"podcast-categories":[],"class_list":["post-2236","podcast","type-podcast","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","artist-andrea-wolfensberger","canton-zug","episode--episode-25","season-season-1"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast\/2236","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast"}],"about":[{"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/podcast"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast\/2236\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3016,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast\/2236\/revisions\/3016"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2232"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2236"}],"wp:term":[{"taxonomy":"artist","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/artist?post=2236"},{"taxonomy":"canton","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/canton?post=2236"},{"taxonomy":"episode-","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/episode-?post=2236"},{"taxonomy":"season","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/season?post=2236"},{"taxonomy":"podcast-categories","embeddable":true,"href":"https:\/\/artscool.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/podcast-categories?post=2236"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}